danilo boggini
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Hommage à Jacques Brel


Ich bin Jacques Brels Musik begegnet, als ich etwa zwanzig Jahre alt war. Davor kannte ich nur einige wenige Stücke aus seinem Repertoire, ohne aber zu wissen, wer deren Komponist sei: ich erinnere mich insbesondere an eine wunderbare Instrumental-Version von Le moribond, die vom Radio della Svizzera Italiana mit schöner Regelmässigkeit um die Mittagszeit herum ausgestrahlt wurde und vermutlich von der Orchestra Radiosa unter der Leitung von Maestro Robbiani aufgenommen worden war.
Als ich begonnen habe, mit Aufmerksamkeit das Repertoire des grossen belgischen Liedermachers zu erforschen, habe ich aber - mit einer gewissen Überraschung - entdeckt, dass mir einige seiner Werke teilweise und auf eine besondere Art bekannt waren: die Atmosphäre seiner Chansons hat die Musik von Fabrizio De André, Paolo Conte, Jannacci, Gaber und anderer italienischer Autoren, die ich so sehr mochte, wesentlich geprägt. Brel kennen zu lernen bedeutete demnach eine Reise zurück zu den Ursprüngen des europäischen Chansons, eine Reise, die mich zu Brassens, Trenet, Vian u.a.m. geführt hat und die den Ausgangspunkt für die erste CD dieses Ensembles bildete ("Accordion Project", MAP, 2003).
Als man innerhalb der Gruppe über ein neues Projekt nachzudenken begann, enthielt unser Repertoire schon einige Stücke Brels, die sowohl innerhalb des Ensembles als auch seitens des Publikums auf grosse Zustimmung stiessen. Es schien uns daher naheliegend und selbstverständlich, sein Werk noch mehr zu würdigen, und zwar auf eine musikalische Art, die sich beim Erstlingswerk bewährt hatte, d.h. im Grenzbereich zwischen Musette und Jazz, zwischen Charlie Parker und Edith Piaf. Nebst Brels Melodien enthält diese CD mehrere Eigenkompositionen der Mitglieder unseres Ensembles; der Zuhörer wird darin sicher Spuren von Brels Musik entdecken können: auch in unserem Fall ist folglich sein Einfluss spürbar.

Übersetzt von Riccardo Franchi



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